EIN KUNSTSPAZIERGANG DURCH HAMBURG
- vor 4 Tagen
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In Hamburg gibt es zahlreiche Kunstwerke von renommierten internationalen Künstler:innen im öffentlichen Raum – sie sind kostenlos, barrierefrei und rund um die Uhr zugänglich. Hier eine kleine Auswahl aus unserem neuen Buch „Kunst entdecken im öffentlichen Raum“ für einen Kunstspaziergang durch Hamburg.
Fotos: Enver Hirsch
DOUBLE TRIANGULAR - PAVILION FOR HAMBURG
Dan Graham
Beim Kunstflânieren um die Alster gitb es am östlichen Ufer (Schöne Aussicht/Ecke Fährhausstraße) inmitten der kleinen, parkartigen Grünanlage ein gläserner Pavillon zu entdecken. Der Double Triangular – Pavilion for Hamburg wurde 1989 von dem amerikanischen Künstler Dan Graham (1942–2022) geschaffen und zehn Jahr später durch einen Neubau ersetzt. Mit einer Höhe von 2,20 Metern steht der Pavillon auf den ersten Blick scheinbar zweckfrei auf einem doppel-dreieckigen Grundriss. Bei näherer Betrachtung erscheint die halbtransparente Verglasung von außen wie ein Spiegel der sie umgebenden Gegend. Betritt man den Pavillon, so blickt man von innen auf die Umgebung und spiegelt sich gleichzeitig selbst, zusammen mit der Glasarchitektur. Und so wird die umgebende Stadtlandschaft durch die Reflexion zum Teil des Kunstwerks. Innen und außen, persönlich und öffentlich – diese Spannungsverhältnisse lotet Graham immer wieder aufs Überraschende in seiner Kunst aus.
Fährhausstraße 1, 22085 Hamburg
BLISTER
Suse Bauer
Die Arbeit Blister (2018), der Künstlerin Suse Bauer (*1979), fällt in einer der Passagen der denkmalgeschützen Stadthöfe nicht sofort als Kunstwerk auf. Doch das Funkeln einzelner Fliesen macht neugierig, und die ungewöhnlichen, und doch bekannten Formen irritieren – Pralinen-Waben an einer Fassade? Das 6 x 3,70 Meter große Wandrelief setzt sich aus mehreren glasierten Keramikfliesen zusammen, deren Form aus der Oberflächenstruktur von geformten Verpackungen für Süßigkeiten entwickelt wurde. In diesen sogenannten „Blister“ werden Pralinen in golden-metallisch anmutenden Mulden präsentiert. In ihren Arbeiten beschäftigt sich Suse Bauer mit Rasteranordnungen. Sie reichen von kleineren Papierarbeiten bis zu großformatigen Wandreliefs, von Zeichnungen bis zu Objekten aus Keramik oder Beton. Die vermeintlich hochwertigen goldfarbenen Blisterverpackungen von industriell hergestellten Süßwaren sowie das Wandrelief auf der scheinbar historischen Fassade, schaffen spannende Material-Parallelen.
Stadthausbrücke 4, 20355 Hamburg
PFLANZENINSEL
Tita Giese
Im Jahr 2000 fand das Kunstprojekt Aussendienst statt – eine Kooperation der Kulturbehörde mit dem Kunstverein in Hamburg. Eines der wenigen noch erhaltenen Werke sind die Pflanzeninseln von Tita Giese (*1942) – am Fußgängerüberweg zwischen den Deichtorhallen und dem Kunstverein. Auf einer ehemals trostlosen Verkehrsinsel schuf Giese eine künstliche Oase und pflanzte winterharte Hanfpalmen, Schilfpflanzen, Bambusarten, verschiedene Gräser, farbig blühende Wildpflanzen, mit Austernpilzbrut beimpfte Pappelstämme und diverse Pilze. Inmitten der vielspurigen Verkehrskreuzung bietet diese ortsuntypische Vegetation einen Hauch von Exotik. Tita Giese verwandelt urbane Brachflächen und Verkehrsinseln in scheinbar wilde Landschaften, sie bringt damit einen kleinen Großstadtdschungel in deutsche Innenstädte wie z. B. in Düsseldorf, München oder Berlin. Ursprünglich sollten in Hamburg sieben Pflanzeninseln mit Wild- und Kulturpflanzen sowie Laborzüchtungen auf ungenutzten Restflächen entlang der Kunstmeile angesiedelt sein. Realisieren konnte Giese nur diejenigen am Deichtorplatz, da das Bauamt „verkehrstechnische“ Einwände hatte.
Deichtorplatz, 20095 Hamburg
Ein neuer WOCHENENDER!
Noch weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum findet ihr in unserem neuen Buch „Kunst entdecken im öffentlichen Raum. Mit dem Kunstflaneur durch Hamburg“. Das Buch versammelt 63 ausgewählte Kunstwerke renommierter Künstler:innen und lädt dazu ein, Kunst im Stadtraum zu entdecken. Die Texte bieten einen neuen Blick auf die Vielfalt zeitgenössischer Kunst. Vorgestellt werden Arbeiten unter anderem von Stefan Balkenhol, Banksy, Hanne Darboven, Ólafur Elíasson, Jörg Immendorff, Sol LeWitt, Thomas Schütte, Richard Serra oder Erwin Wurm – Künstler:innen, mit deren Werken sich Kunstmuseen weltweit rühmen.
• Preis: 24 Euro
• Lieferbar: ab dem 27. August
• 63 Kunstwerke auf 192 Seiten
• Klappenbroschur
• Format: 15×21 cm
• Sprache: deutsch mit englischer Übersetzung
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